Brustoperation – 4 1/2 Monate später

Kaum zu glauben, aber nach fast 5 Monaten erhalte ich immer noch viele Nachrichten bezüglich meiner Brustoperation bei Herrn Dr. Osthus. Da das Thema doch mehr Frauen interessiert, als ich vermutet habe, beantworte ich euch in diesem Beitrag einfach die am häufigsten gestellten Fragen. Natürlich könnt ihr mir jederzeit noch weitere Fragen stellen.

Wann warst du nach deiner Operation wieder das erste Mal arbeiten und waren die Schmerzen generell aushaltbar?

Hier muss ich gestehen, dass ich wirklich ein perfektes Vorzeigebeispiel bin, worüber ich natürlich total happy bin. Ich hätte jeden Tag einige Schmerztabletten nehmen dürfen, aber benötigte einfach so gut wie keine. Am 24.04.2017 war der Operationstermin und danach verbrachte ich die erste Nacht stationär in der Klinik. In dieser Nacht hatte ich aufgrund der Nachwirkungen der Narkose mit Übelkeit zu kämpfen, was für mich das unangenehmste Gefühl war. An meinen Brüsten hatte ich so gut wie keine Schmerzen – es war eher ein ungewohntes Druckgefühl, wenn ich mich bewegt habe oder beim Schlafen die Position ändern wollte. Ansonsten war ich anfangs bei allen Bewegungen sehr vorsichtig, aber nachdem ich den ersten Toilettengang alleine gemeistert hatte und ein paar Schritte gelaufen bin, fühlte ich mich sicherer und stabiler auf den Beinen. Ich weiß noch, dass ich zwischendurch immer wieder zum Spiegel lief, um meine neuen Brüste zu bewundern. Auch wenn ich keine oberflächliche Person bin, hat mich die Operation verändert und ich bin viel zufriedener, weil ich mich wohler fühle. 

Der nächste Tag war gekommen und ich hatte eine vierstündige Autofahrt vor mir. Zum Glück nur als Beifahrerin, da eine eigenständige Autofahrt meiner Meinung nach frisch operiert nicht zu verantworten gewesen wäre. Zuhause ruhte ich mich etwas aus und kühlte immer wieder den Brustbereich. Zusätzlich habe ich die Haut mit „Traumeel“ gegen die Schwellung eingeschmiert. Meine ursprüngliche Planung vor der Operation war, direkt wieder nach ein paar Tagen arbeiten zu gehen, aber im Endeffekt habe ich mich die restliche Woche dann doch krank schreiben lassen, da ich in einem Krankenhaus tätig war und man dies nicht mit einem Bürojob vergleichen kann. Die erste Zeit sollte man sportliche Aktivitäten oder das Heben von Gewichten vermeiden, was bei meiner Arbeit nicht möglich gewesen wäre. Ich würde sowieso jedem empfehlen, seinem Körper nach einer Operation ein paar Tage Ruhe zu gönnen, um vollständig genesen zu können. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich keine Person bin, die stundenlang zuhause sitzen kann. Ich war am 3. Tag nach der Operation mit einem Freund im Frankfurter Zoo verabredet. Den ganzen Tag waren wir auf den Beinen und ich muss sagen, dass meine Brust nach einigen Stunden anfing, etwas zu spannen. Durch die ganze Bewegung und die Schlepperei des Rucksacks war das aber auch zu erwarten. Ich würde nicht behaupten, dass man diese Spannung als Schmerz definieren kann, sondern eher als ein unangenehmes Gefühl. Die kommenden Tage hatte ich immer mal wieder solch ein Druckgefühl und musste mich nach langen Unternehmungen einfach mal hinsetzen. An „richtige“ Schmerzen kann ich mich gar nicht erinnern, da bei mir wirklich alles wie in einem Bilderbuch verlaufen ist. 🙂 Das Einzige, was mich ziemlich lange gestört hat, war die Tatsache, dass ich eine Zeit lang nicht auf dem Bauch schlafen konnte, da dies unangenehm war. Dies ist wohl die einzige „negative“ Erinnerung, die ich euch mitteilen kann. Dazu muss ich aber auch in den Raum werfen, dass ich eine klassische Bauchschläferin bin und es wirklich nicht mag, auf dem Rücken zu schlafen. Stück für Stück konnte ich mich mit Hilfe von vielen Kissen auf die Seite legen und inzwischen kann ich natürlich schon längst wieder ohne Probleme in meiner geliebten Bauchposition liegen. 🙂

Etwa 10 Tage nach der Operation hatte ich sowieso Urlaub. Das ist natürlich wieder typisch, dass ich mir direkt nach so einem Eingriff eine anstrengende Städtereise gebucht habe. Allerdings war ich nach dem Trip positiv überrascht, weil ich tagelang durch ganz Paris gelaufen bin und das alles super funktioniert hat. Allerdings muss ich sagen, dass manche BHs nach kurzer Zeit etwas weh taten und ich deshalb meist mit einem Sport BH (oder ohne BH) herum gelaufen bin, weil ich so weitere Spannungsgefühle vermeiden wollte. 

Bereust du den Eingriff?

Nach wie vor habe ich keine einzige Minute des Eingriffs bereut und würde jederzeit wieder die Vergrößerung beim selben Arzt vornehmen lassen. Mittlerweile habe ich diesbezüglich so viele Komplimente erhalten und bin beruhigt, dass wirklich alle Leute sagen, dass die Brüste total natürlich aussehen. Einige meiner Bekannten haben sogar nicht mal erkannt, dass sie künstlich sind, was ich natürlich toll finde, weil ich auf ein extrem gemachtes Aussehen nicht stehe und das keinesfalls wollte.

Wie hast du deine Narben gepflegt?

Ich habe mir ein hochwertiges Narbenpflegeöl in einer Apotheke mischen lassen und die Narben täglich (anfangs mehrmals am Tag) eingecremt. Inzwischen mache ich nichts mehr und die Narben sind auch schon super verheilt. Im Solarium war ich seit der Operation noch nicht, weil man dies ein halbes Jahr wegen der Narbenverfärbung vermeiden sollte. Man möchte ja, dass das Ergebnis nach ein paar Monaten so schön wie möglich ist und deshalb sollte man solche Dinge einfach unterlassen.

Für wie viele Milliliter hast du dich entschieden?

Diese Frage wurde mir ziemlich oft gestellt und vor allem von Frauen, die nach mir Beratungsgespräche hatten, waren sich bei der Größe oft nicht sicher. Anfangs konnte ich mich auch überhaupt nicht entscheiden, weil ich mir es in Millilitern nur schlecht vorstellen konnte. Dr. Osthus hat mich zum Glück wirklich gut beraten und mir 2 verschiedene Größen (235 ml und 280 ml) zur Auswahl gestellt. Letztendlich habe ich mich für die kleinere Größe (235 ml) entschieden und bin damit zufrieden. Ich bin keine Frau, zu der allzu große Brüste passen. Davor hatte ich so gut wie keine Eigenbrust, was hierbei natürlich auch ausschlaggebend gewesen ist.

Wie haben deine Kollegen / deine Freunde / Familie reagiert?

Anfangs habe ich mir ja wirklich sehr viele Gedanken über die Vergrößerung gemacht und hatte große Bedenken, dass viele Leute negativ reagieren oder schlecht über das Thema reden würden. Ich wurde mehr als positiv überrascht, dass das Thema von allen meinen Freunden oder den Leuten, denen ich es irgendwann erzählt habe, so gut aufgenommen wurde. Meine ersten Gedanken waren, den Eingriff so „geheim“ wie möglich zu halten und damit nicht groß an die Öffentlichkeit zu gehen. Allerdings war ich kurz davor in solch einer Euphorie, dass ich einen Beitrag dazu verfasst habe, indem ich über meine Gefühle und Gedanken diesbezüglich ehrlich berichtete. Erstaunlicherweise haben mich danach total viele Nachrichten erreicht und zahlreiche Leute haben mir für den Eingriff Glück gewünscht und sich danach sogar erkundigt, ob alles gut verlaufen ist. Zusätzlich haben mir einige Frauen geschrieben, wie mutig und toll sie es finden, öffentlich über solch ein „intimes“ Thema zu berichten. Meiner Meinung nach sollte es jedem selbst überlassen sein, über solche Themen zu sprechen und es ist auch keineswegs schlimm, sich „heimlich“ solch einem Eingriff zu unterziehen, da es die eigene Privatsphäre ist. Allerdings bin ich total happy, dass ich darüber berichtet habe, da ich gerne über das Thema schreibe, weil ich beispielsweise vor meiner Operation genauso gerne Beiträge über andere Eingriffe durchstöbert habe und zusätzlich erfreut darüber bin, dass es doch so viele Leute interessiert. Nach meinem ersten Beitrag wurde mir erst mal bewusst, wie viele Frauen sich mit diesem Thema schon ewig beschäftigen und sich einfach nicht trauen, darüber zu reden, was ich ziemlich schade finde. Die jetzige Generation hat sich verändert und die Leute sollten deshalb viel offener über solche Dinge kommunizieren, was sich glücklicherweise zum Teil schon verbessert hat. Ich habe inzwischen kein Problem mehr damit, über das Thema zu reden, weil ich voll und ganz dahinter stehe und mir es auch ziemlich egal ist, was andere Menschen darüber denken. Man muss hinter den Dingen stehen, die man im Leben macht und dann akzeptieren es die Menschen um einen herum auch. Ehrlichkeit und eine authentische Art sind nun mal alles. 🙂

Wann hast du wieder Sport getrieben?

Es wird empfohlen die ersten 6-8 Wochen den Oberkörper nicht zu trainieren. Natürlich zählt hierzu nicht nur das Gerätetraining, sondern auch Schwimmen, Joggen und ähnliche Sportarten. Die Beine können bereits nach einer Woche wieder trainiert werden. Da ich nach einer Woche erst mal im Urlaub war, habe ich mich die ersten 14 Tage komplett geschont (bis auf das ganze Laufen) und habe dann langsam mit dem Beintraining begonnen. Zwischenzeitlich habe ich versucht, ein paar isolierte Übungen wie beispielsweise Bizepscurls zu machen, aber habe ziemlich schnell bemerkt, dass bei so gut wie jeder Übung der Oberkörper beziehungsweise die Brustmuskeln mit beansprucht werden. Daher habe ich etwa 7 Wochen bis zum ersten Oberkörpertraining gewartet. Hier bin ich wirklich ziemlich vorsichtig gewesen und habe ganz lange mit leichten Gewichten trainiert. Vor allem bei meiner Lieblingspartie (Rücken) habe ich beispielsweise beim Lastzug mit „Babygewichten“ begonnen, weil selbst die geringste Belastung ein anderes und ungewohntes Gefühl war. Nach und nach hat sich der Trainingsplan von alleine angepasst und inzwischen weiß ich schon gar nicht mehr, von welchem Zeitpunkt an ich die „alten“ Gewichte wieder benutzt habe. Die Brust habe ich allerdings wirklich erst nach mehreren Monaten das erste Mal wieder trainiert, aber dies hat eher damit zu tun, dass ich vor der Operation auch gerne mal das Brusttraining habe sausen lassen. ;D

Wie handhabst du es mit den Kontrollterminen?

Da viele von euch wissen, dass die Praxis ungefähr 240 km von meinem Wohnort entfernt liegt, kam des Öfteren die Frage auf, wie ich das mit den Nachkontrollen regele oder ob diese überhaupt nötig sind. Natürlich sind regelmäßige Kontrollen nach dieser Operation wichtig und ich würde auch jedem empfehlen, sich die Zeit dafür zu nehmen. Inzwischen war ich noch zwei Mal bei Herrn Dr. Osthus und alles ist nach Plan verlaufen. Bei meinem letzten Termin habe ich einen USB-Stick mit den Vorher-Nachher-Bildern erhalten und es ist faszinierend, inwiefern sich die Form von Monat zu Monat noch nachträglich verändert hat. 

Ich hoffe, dass ich euch somit noch einige Fragen beantworten konnte und freue mich ansonsten auf weitere Nachrichten von euch.

Eure @_healthymichelle 🙂

 

2 Kommentare zu “Brustoperation – 4 1/2 Monate später

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.