Life-Update 2018 I “Was wäre wenn?”

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Heute gibts mal wieder ein kleines Life-Update. Oftmals werde ich gefragt, was ich eigentlich arbeite, wie mein Alltag aussieht und wie die zukünftige Planung aussieht. Ich muss ja gestehen, dass es meistens schwierig ist, meine Planungen zu verfolgen, da ich ziemlich schnell Pläne verwerfe und ändere. Momentan befinde ich mich in einer Lebensphase, in der ich glücklicherweise relativ flexibel bin und mein Bauchgefühl sowie meine Intuition über Zukunftspläne entscheiden lasse. Dies führt immer mal dazu, dass sich ganz spontan etwas ändert. Manchmal von heute auf morgen.

Die Frage “Was wäre wenn?” beschäftigt mich in letzter Zeit ziemlich oft. Ich denke, dass dies viele von euch kennen. Wir leben nun mal in der Generation mit den tausenden Möglichkeiten. Segen oder Fluch? Für manche bedeutet dies Freiheit, für andere ist es eher erdrückend und die Qual der Wahl aus zu vielen Komponenten. “Früher” ging man zur Schule, absolvierte seinen bestmöglichen Abschluss, begann eine Lehre, heiratete und bekam meist ganz klischeehaft eins, zwei oder auch drei Kinder. Nebenbei wurde ein Häuschen gebaut, ein Garten bepflanzt, gearbeitet und jeden Sonntag zum Kaffeekränzchen eingeladen. Hier fand man auf dem Tisch ein stinknormales Stück Kuchen, das aus keinen Zuckerersatzmitteln oder überteuertem lowcarb Mehl gebacken wurde. Der Kaffe wurde frisch gebrüht und mit “normaler” Vollmilch serviert – Alternativen wie Reis-, Hafer-, Mandel-, Kokos-, Cashew- oder Sojamilch existierten nicht oder waren zumindest nicht Gang und Gäbe. Schon alleine die Wahl der pflanzlichen Milchsorten kann im Supermarkt “überfordernd” sein und einige Minuten dauern. Das Angebot ist groß. Die Nachfrage natürlich auch. Wenn diese banalen Dinge schon eine kleine Herausforderung sind, ist es umso schwieriger, all die  anderen Dinge im Leben zu entscheiden, zu managen, zu bewältigen, bei denen es viele Wege gibt. Viele Wege führen nach Rom – wer kennt diesen Spruch nicht? Aber nicht alle Wege und Entscheidungen führen zum selben Ziel, was der Ausschlag gebende Punkt ist. Meistens gibt es zwar kein “richtig” oder “falsch”, aber der Lebensweg wird beeinflusst. Gesteuert durch Gedanken, aus überlegten, aber auch unüberlegten Reaktionen des Gehirns. Bei Entscheidungen im Leben kauft man allerdings nicht nur ein Produkt, sondern es geht um viel mehr. Über die nächsten Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate und vielleicht auch Jahre? Hier kann man oftmals nicht einfach zurück rudern, denn es handelt sich um keine Milch, die nach ein paar Tagen leer ist und ausgetauscht wird. Wie soll man sich dann entscheiden, was man studiert, arbeitet, welche Sportart regelmäßig betrieben wird und welche Beziehung man führt? Sollte man doch alles nach hinten verschieben und beispielsweise reisen? Sich frei fühlen? Nun stellt sich wieder eine neue Frage: Wohin? Ein Kurztrip mit den Freundinnen, mit dem Bruder, der Schwester, den Eltern, dem besten Freund oder doch dem Partner? Oder wie wäre es, einfach alleine zu reisen? Über einen längeren Zeitraum? Hier führt der Trend doch sowieso hin. Hmm. Hat man dann wiederum mit Heimweh zu kämpfen? Vermisst man relativ schnell und auch schneller als gedacht die deutsche Struktur, die Regeln, die Ordnungshüter, die an die zahlreichen Gesetze erinnern? Zuhause ist nicht da, wo der Schlüssel passt, sondern da, wo das Herz sich wohl fühlt. Und wo fühlt sich das Herz wohl? Überträgt man diesen Spruch nun auf die tolle Arbeitsstelle, auf die Familie, auf die Clique, auf das neu eingerichtete Heim oder doch auf die Liebe? “Sich finden”, “sich eine Auszeit nehmen”, “eine Weltreise unternehmen bevor ich mit der Familiengründung beginne”, “Work and Travel”, “Erfahrungen sammeln”, “einen neuen Job finden”, “ein neues Lebenskonzept finden”… Diese Sätze bekommt man heutzutage viel öfters als früher um die Ohren geworfen. Schnell gesagt, schnell gelebt, die Epoche der Kurzlebigkeit, aber es steckt viel mehr dahinter. Warum möchten sich so viele junge Erwachsene überhaupt eine Auszeit nehmen oder mehr Urlaubstage generieren? Warum beschweren sich viele junge Leute schon nach kürzester Zeit über ihren Job? Sind die heutigen Berufe stressiger als früher oder hat die Resilienz einfach abgenommen? Die psychische Widerstandsfähigkeit ist meiner Meinung nach schon eine andere als früher. Zusätzlich wird aber auch offener kommuniziert und mit den verbundenen Schwächen des einzelnen Individuums umgegangen, was eigentlich schön ist. Schneller erlaubt man sich ein paar Pausen, entgeht Themengebieten, die einen zu sehr belasten oder entwickelt vielleicht auch falsche Rituale und Bewältigungsstrategien, wie man sich nach dem Feierabend oder an den freien Tagen runter regulieren kann.

Ich erinnere noch an meine ersten Unterrichtsstunden des Faches “Gesundheitslehre”. Hier wendeten wir das Salutogenese Modell so oft an, dass es irgendwann einer meiner Lieblingsthemen war. Selbst beschäftigte man sich zum ersten Mal mit dem eigenen Kohärenzgefühl und versuchte, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen. Dies ist nun schon acht Jahre her und seit dem weiß ich, wohin mein Weg mal gehen wird. Das hört sich vielleicht doof an, aber lustigerweise hat sich alles so ergeben, wie ich es dachte. Als ich nach dem Abitur in Bayern die Ausbildung als Kinderkrankenschwester begonn, wusste ich ganz genau, dass mich vor allem die psychiatrische Thematik am meisten reizt. Mein Gefühl war richtig und schwups – ein paar Jahre später arbeitete ich in einer Psychiatrie und werde nun nach langen Überlegungen endlich bald mein Psychologiestudium beginnen. Dass ich mal als Vollzeitbloggerin arbeite, die Arbeit in der Psychiatrie nur noch als Nebentätigkeit betreibe, mein eigener Herr bin und durch die Welt jetsette, hätte ich natürlich nie gedacht. Ein kleiner Traum ist in Erfüllung gegangen, ohne dass es überhaupt ein Traum war. Inzwischen schätze ich dies extrem. Ich weiß, dass dies nicht ewig möglich sein wird, aber nutze und genieße einfach die Jahre, in denen das alles funktioniert. Genauso freue ich mich auf die nächsten Jahre und bin voller Euphorie, irgendwann qualifiziert zu sein, als Therapeutin arbeiten zu dürfen. Dies ist wirklich ein Traum, den ich zwar als Ziel definiere, aber nicht weiß, ob ich in zehn Jahren überhaupt dort stehe, wo ich gerade stehen möchte. Vielleicht verändert sich während des Studiums meine Sichtweise. Vielleicht werde ich mich schon mit einem abgeschlossenen Studiengang ohne Therapeutenschein zufrieden geben. Ich weiß es nicht und möchte es auch nicht wissen. Alles kommt, wie es kommt. Wichtig ist mir einfach, dass ich den Weg einschlage, den ich selbst gewählt habe und während dieser Zeit mein Bestes gebe. Zu wissen, was man wirklich möchte und dies mit Freude und einer gewissen Leidenschaft durchzuführen ist der entscheidende Punkt. Brenne für etwas und sei dir sicher, dass es dich im Leben weiter bringt. Meinungen gehen auseinander, es ist egal, was andere dazu sagen. Du selbst entscheidest über dich und dein Leben. Der Studiengang ist mir nicht nur für meinen späteren Berufsweg wichtig, sondern auch für mich selbst. Ich sehe darin eine Bereicherung fürs Leben. Ein interessantes Themengebiet, das sich aus diversen theoretischen Stunden, Statistiken und Fakten zusammen setzt, aber sich in der Praxis und so auf das Leben des Einzelnen übertragen lässt. Man übt und praktiziert sein Erlerntes nicht an irgendeinem PC im Großraumbüro, sondern am Menschen.

Nun komme ich nochmal auf ein paar meiner Fragen zurück. Vergleicht man sich zu viel mit anderen Leuten? Wie oft liest man, dass man sich nicht mit anderen vergleichen sollte und jeder Charakter wertvoll ist? Viel zu oft! Dies ist dann immer wieder einleuchtend, aber die Umsetzung ist nicht immer so einfach wie die Theorie. Ratschläge sind schwierig zu verfolgen. Es muss einem im eigenen Kopf klar werden und ein Schalter muss sich umlegen. Wenn man darauf wartet, dass der Schalter umgelegt wird, dann kommt die Enttäuschung. Die Ernüchterung, die Traurigkeit. Selbst sich mit dem Thema zu befassen ist schon mal ein Anfang. Sich fragen, warum man sich denn andauernd vergleicht? Sich vielleicht klar werden, dass vor allem im Internet und in Social Media vieles nicht “echt” ist. Im wahren Leben spielt die Musik. Die Musik, die eure Gedanken formt. Die Seele trägt die Gedanken deiner Farben und Facetten. Denkst du positiv und gibst viel, wird viel zurück kommen. Führst du deine Tätigkeiten mit einem Lächeln durch, werden Signale an das Gehirn gesendet und du nimmst dies automatisch positiver wahr. Die Medien verändern zwar, aber es ist eure Angelegenheit, was ihr daraus macht. Ich bin froh, dass ich aufgehört habe, mich andauernd mit anderen zu vergleichen. So kommt niemand weiter. Jeder hat seine Stärken und Schwächen und dies ist gut so. Es wäre doch langweilig, wenn jeder identische Charakterzüge hätte.

In meinem letzten Beitrag über die “Zukunftsplanung” erzählte ich stolz, dass ich in London eine Chance für ein WG-Zimmer erhielt, diese ergreife und deshalb für eine Weile dort wohnen werde. Tja… Genau ein Monat vor der Reise verliebte ich mich und cancelte alles. Ich kann nicht sagen, ob dies notwendig gewesen wäre, da ich mir sicher bin, dass die Beziehung anders auch Stand gehalten hätte. Trotzdem bin ich mir sicher, dass ich in den nächsten Jahren nochmal für einen bestimmten Zeitraum in England wohnen möchte und weiß auch, dass sich die Zeit ergeben wird. Definiert eure Ziele und Wünsche ganz bewusst. Am Besten so genau wie es geht. Behaltet sie im Kopf und sagt euch, dass nicht immer alles sofort sein muss. Manchmal stehen viele Türen offen und Stück und Stück muss man sich entscheiden, abwägen und Prioritäten setzen. Natürlich sollte man gewisse Dinge nicht ewig aufschieben, weil man meistens doch die Dinge bereut, die man nicht getan hat, aber auf alle Angelegenheiten und Aspekte lässt sich der Satz nicht so einfach übertragen. 

Was machst du momentan?

Nach wie vor arbeite ich noch als Vollzeitbloggerin und bin glücklich, dass mir diese Chance ermöglicht wurde. Die Kündigung meiner 100% Stelle als Kinderkrankenschwester habe ich nie bereut. Allerdings muss ich gestehen, dass ich den Klinikalltag in der Psychiatrie neben der Selbständigkeit extrem vermisste, so dass ich seit ein paar Monaten wieder nebenbei dort arbeite. Ganz entspannt und ohne Druck. Dies ist einfach toll und gibt einem sehr viel neben dem Bloggen zurück. Man muss meiner Meinung nach einfach aufpassen, dass man den Bezug zur Realität nicht verliert und sich etwas suchen, was einen zusätzlich noch erfüllt. Dieser Wunsch kam mir fast genau vor einem Jahr als ich mit einer Sepsis, einem schwerwiegenden Keim und paar anderen Dingen fast drei Wochen im Krankenhaus lag und ewig nicht gefunden wurde, was meinem Körper eigentlich fehlt. Noch nie ging es mir in meinem Leben körperlich so schlecht, noch nie zuvor hatte ich solch eine große Angst um mein eigenes Leben bzw. dem verbundenen Gesundheitszustand. In dieser Zeit wurde mir einfach extrem viel bewusst und ich habe teilweise immer noch Momente, in denen ich an die gerade mal drei Wochen, die mir damals wie Monate vorkamen, denke. Ich denke an die weihnachtliche Zeit danach, in der es mir noch ziemlich schlecht ging und frage mich dann, ob ich alles eingehalten habe, was ich mir damals vornahm. Natürlich nicht. Sobald es einem wieder super geht, vergisst man viele Dinge und Rituale, die man sich fest vornahm. Dies ist aber nicht schlimm, denn keiner ist perfekt. Meinungen und Gedanken ändern sich und so lange man bewusst damit umgeht, ist dies in Ordnung. Ihr müsst nicht immer alles durch halten, was ihr euch vorgenommen habt. Manchmal ändern sich die Zeiten und somit auch eure Ansichten dazu.

Ansonsten erwähnte ich oben ja schon, dass ich bald mein Studium beginnen werde. Momentan bereite ich mich mit ein paar empfohlenen Lektüren darauf vor und genieße die restliche, freie Zeit. Bis Ende des Jahres möchte ich ergänzend zu meiner Trainer B Lizenz meine Ernährungsberaterlizenz absolvieren, die ich für mich selbst mache. Da ich kurzzeitig mal mit den Gedanken spielte, anstatt Kinderkrankenschwester Diätassistentin zu werden, interessiert mich das Thema Ernährung extrem. Ich weiß noch, wie ich mich damals über die Zusage einer staatlichen Schule in Würzburg gefreut hatte. Ich hing zu sehr an meiner Familie, an meinem damaligen Freund und den Mädels. Die Entscheidung bereue ich definitiv auch nicht, weil ich so meinen Weg gefunden habe und in meiner Ausbildung trotzdem immer wieder die Möglichkeit hatte, mich mit dem Gebiet auseinander zu setzen.

Weitere Reisen sind geplant und vielleicht auch noch ein paar weitere Vorhaben. Ich werde  euch ja weiterhin auf Instagram über alles informieren 🙂

Ich hoffe, dass euch mein Gedanken-Wirrwarr gefallen hat und freue mich in den Kommentaren über Rückmeldungen oder Inspirationen zu weiteren Themen.

Eure @_michellespr

 

 

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healthymichelle

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